Nachdem ich über die beiden Niederlagen bzw. dem Unentschieden gegen Osnabrück gar nicht zu schreiben wagte, möchte ich mich an dieser Stelle doch wieder zu Wort melden. Das hat zweierlei Gründe: Zum Einen der gestrige Sieg gegen den SV Darmstadt 98:
Vor bescheidenen 5000 Zuschauern feierte der RWE gestern einen glücklichen Sieg. Sicherlich war die Freude groß, endlich wieder getroffen und drei Punkte eingefahren zu haben. Das kann und darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es lange Zeit nicht nach einem Punktgewinn aussah. Die ersten zehn Minuten hatten die Gäste klar für sich gestalten können. Unsere zahlreichen Ballverluste im Mittelfeld, die auch nach der Führung nicht aus blieben, nutzten die Lilien immer wieder um ihr vorbildliches Umschalten aufzufahren und zu Abschlüssen vor dem Gehäuse von Rickert zu kommen. Einzig in der Genauigkeit mangelte es den Jungs aus Hessen. Und so fiel die glückliche Führung durch Reichwein nach einer, man höre und staune, Ecke! Zedi kam mit viel Kraft durch den Sechzehner gelaufen und sein Kopfball konnte nur nach vorne abgeblockt werden, wo Reichwein mit einem Volleyschuss den Ball über die Linie hämmerte. Die Erleichterung in der Mannschaft war auch auf den Rängen spürbar. Die Darmstädter hingegen mussten sich nun im völlig im falschen Film fühlen, hatten sie die Partie doch bis dahin dominiert! Von ihrer Linie ließen sie sich auch in Folge des Rückstandes nicht abbringen. Wie in der F-Jugend unterliefen uns selbst nach eigenen Abschlägen sofortige Ballverluste und haarsträubende Fehlpässe. Zwar bekam Erfurt das Spiel nun etwas besser in den Griff und noch zu einer weiteren guten Chance durch Zedi, aber mit dem 1:0 ging man doch glücklich in die Pause.
Auch die zweite Halbzeit begann wie die erste. Die Darmstädter nutzten unsere Fehler in der Vorwärtsbewegung zum schnellen Umschalten. Meist vergingen kaum 10sec und sie tauchten vor dem Kasten von Rickert auf. Hatte der RWE mal die selbe Idee, dauerte das Spiel nach vorne häufig so lange, dass Darmstadt mit fünf Mann hinter dem Ball stand und unsere Stürmer nicht zum Abschluss kommen ließen. Zwar konnten sich Morabit und Drexler häufig bis zur Grundlinie durchsetzen, den Ball anschließend aber nie dorthin bringen, wo ein Mitspieler stand. Entweder war gar nicht erst jemand mitgelaufen, oder stand weder im Rücken der Abwehr noch auf dem Elfmeterpunkt. Hier MUSS einfach an der Abstimmung gearbeitet werden. Da sich Darmstadt nicht geschlagen geben wollte, weiter aufrückte und drückte, ergaben sich nun Möglichkeiten zum Konterspiel. Einen von Ströhl nach vorne geschlagenen Ball konnte Morabit gut mitnehmen und, begleitet von drei Darmstädtern, frei auf's Tor zulaufen. Einzig Callias war mitgesprintet, lief diesmal nicht ins Abseits und wurde von Morabit auch nicht übersehen. Nach dem Zuspiel konnte er sich den Torwart ausgucken und zum 2:0 und der damit verbundenen Entscheidung einschieben. Ein großes Lob an die Lilien, die auch nach dem zweiten Gegentor nicht aufgaben. Erfurt hatte jedoch nach der schlechten Chancenauswertung in den vorangegangenen Spielen heute das nötige Glück und Können. Nach der langen Spielpause geht es für die Jungs nach Bielefeld, wo man hoffentlich nicht wie so oft schon Aufbaugegner spielt und endlich was Zählbares mitnimmt.
Den zweiten Anlass hier zu schreiben, ist die unvorstellbare Situation, die sich zu Beginn der zweiten HZ in den Fanblöcken abspielte. Nach einer Eskalation mit der Polizei versuchten die Darmstädter auf unseren Block zuzulaufen, wurden aber glücklicherweise aufgehalten. Wie sich die Sache darstellte, agierte die Polizei eher ungeschickt, und konnte nur durch den massiven Einsatz von Pfefferspray die Lage "unter Kontrolle" bringen. Natürlich ließ sich die KEF und Ultras die Chance zum Aufmischen nicht entgehen, bewegte sich aber dabei Gott sei Dank im Rahmen des eigenen Blocks. Von den Ausnahmen vor dem Marathontor abgesehen. Den erbeuteten Darmstadtschal der Kurve zu präsentieren und trotz zahlreicher Rufe NICHT abzubrennen gebührt mein voller Respekt! Das hätte nur zu mehr Ärger geführt und auch wäre auch dem DFB wiedermal negativ aufgefallen! Vielen Dank Cappo für diese kluge Entscheidung!
Auch die ersten zehn Minuten schweigend zu verbringen ist sicherlich eine gute Idee um Anteilnahme am Schicksal eines Freundes zu zeigen. Den Aufruf "Messerstecher an die Wand" halte ich hingegen für fragwürdig, zumal der KEFler vermutlich nicht unschuldig an der Attacke gegen ihn war - was aber reine Spekulation meinerseits bleibt und von Insidern gerne aufgeklärt werden darf!
Soviel dazu und auf die hoffentlich bald folgenden nächsten drei Punkte! Rot Weisse Grüße.
Sonntag, 28. August 2011
Freitag, 12. August 2011
Rundgang um das Stadionrund
Wäre Fußball eine Landschaft, der RWE hätte vermutlich die Form eines Bergmassiv. Hoch und runter, das ist ja eigentlich nichts Neues, Licht und Schatten ebensowenig. Aber den Saisonauftakt so gut gestalten, die Woche drauf gegen wirklich nicht besonders stark und zudem noch mit Pokalbeinen auflaufende Babelsberger zu verlieren um anschließend einen knappen, nicht unverdienten, aber geduldigen 1:0 Sieg gegen Bremen II einzufahren, das schafft nur der RWE. Zur Zeit stehen wir also am Ziel, den guten einstelligen Tabellenplatz. Am Wochenende geht die Fahrt nach Stuttgart, das SWS bleibt also leer. In Stuttgart gab es die letzten Jahre wenig, na ja, gar nichts zu holen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Auswärtsspiel heißt auch gleichzeitig, dass das Steigerwaldstadion, wie fast immer unter der Woche, leer und unbenutzt bleibt. Viele Leute gehen dann daran vorbei, mit ihren Hunden spazieren, mit der Straßenbahn, oder wie die meisten Spieler, Leichtathleten und Sportgymnasiasten, laufend bzw. joggend. Ich bezweifel einfach mal, dass unter der Woche dem Gelände eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und da sich das Gelände bald in eine Baustelle verwandelt, sein ursprüngliches, ja durchaus anarchisches Gesicht, mit Bäumen und Wiese unter den Tribünen, verlieren wird, habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, um das Stadion außerhalb der Heimspiele auf Bild festzuhalten. Zumindest soweit es mir von Außen möglich war. Vielleicht blicken wir in zehn Jahren auf die Fotos zurück und erinnern uns daran, dass die *insert random Sponsor* ARENA irgendwann mal Steigerwaldstadion hieß, vier Flutlichtmasten aus Stahl und Bäume hinter den Tribünen hatte.










Auswärtsspiel heißt auch gleichzeitig, dass das Steigerwaldstadion, wie fast immer unter der Woche, leer und unbenutzt bleibt. Viele Leute gehen dann daran vorbei, mit ihren Hunden spazieren, mit der Straßenbahn, oder wie die meisten Spieler, Leichtathleten und Sportgymnasiasten, laufend bzw. joggend. Ich bezweifel einfach mal, dass unter der Woche dem Gelände eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und da sich das Gelände bald in eine Baustelle verwandelt, sein ursprüngliches, ja durchaus anarchisches Gesicht, mit Bäumen und Wiese unter den Tribünen, verlieren wird, habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, um das Stadion außerhalb der Heimspiele auf Bild festzuhalten. Zumindest soweit es mir von Außen möglich war. Vielleicht blicken wir in zehn Jahren auf die Fotos zurück und erinnern uns daran, dass die *insert random Sponsor* ARENA irgendwann mal Steigerwaldstadion hieß, vier Flutlichtmasten aus Stahl und Bäume hinter den Tribünen hatte.
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