...auf PS3, von 12 bis 8, die ganze Nacht! Demut, Dankbarkeit und Bescheidenheit sind Tugenden, die man in Jena wohl herausgeprügelt bekommt, wenn man zu Carl Zeiss geht. Anders sind die Kommentare unter diesem Artikel nur schwer zu erklären.
Aber fangen wir von Vorne an: Am Samstag verlor der RWE das Derby gegen Jena. Verdient, mit 1:0, weil wir wie schon in der Vorwoche nicht in der Lage waren, ein konstruktives und durchdachtes Angriffsspiel aufzufahren. Zwar konnte die Hintermannschaft lange die Null halten, aber kurz vor Schluss fasste sich Hähnge ein blau-gelbes Herz und erzielte freistehend den Siegtreffer. Der größte Teil der Erfurter Anhänger empfand das aufgrund des lust- und ideenlosen Auftritts der Mannschaft als schlicht und ergreifend verdient (Link).
Wie man aber als FCC-Anhänger jetzt schon wieder in alte Gewohnheiten fallen kann, ist mir schleierhaft. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin sieben Zähler. Man darf außerdem davon ausgehen, dass auch die Mannschaften über dem Strich weiterhin Punkte sammeln wollen. Aber was außer, dass dies nur ein Anfang sein kann, liest man nun? "Also ich finde es spannender, in einer Saison das Feld von hinten aufzurollen, statt nach unten durchgereicht zu werden", ". Stetige Aufwärtsdynamik, permanenter Druck nach oben, kein Halten mehr, die Hindernisse weichen. Wir sehen uns in der CL!!" "..Heult und verneigt euch ihr Luschen.Derbysieger ist nur der FCC!!!!!" Nicht schlecht für einen Club, der zu DDR-Zeiten vom Staat finanziert und vom Doping unterstützt wurde. Von einem Verein, dessen Führung in den letzten Jahren mehr Trainer eingestellt und gefeuert hat als jeder anderer Verein. Von einem Verein, der seine Millionen und Kredite verpulvert, als gäbe es kein Morgen mehr. Bitte bedenkt, liebe FCC Anhänger: wir leben nicht mehr in der DDR, eure großen Erfolge sind vorbei! Und das Geld, was ihr von der Thüringer Aufbaubank bekommen habt, das Geld, was auch beim Klassenerhalt nur schwer reichen dürfte, versetzt euch nicht gerade in die Lage, weiter auf große Einkaufstour zu gehen. Und trotzdem möchte man noch zwingend neue Leute verpflichten, großes Kino. Zum Glück denken nicht alle in Jena so. Zum Glück wissen einige um die Schieflage im Verein und dass man im Moment jeden Penni zweimal umdrehen sollte. Zum Glück wissen auch einige Anhänger, dass das am Samstag nur drei Punkte waren, und dass man dennoch zwei Meter tief in der Scheiße steckt. Und bedenkt bitte auch, liebe Anhänger des FCC, ein Aufschlagen in der Regionalliga könnt ihr vergessen! Wenn ihr diese Saison absteigt, dann singt das Steigerwaldstadion bald wieder: "Oberliga, Jena ist dabei!"
Ich möchte mich jetzt nochmal kurz über diese verdammten Vollpfosten beschweren, die den Verein wieder hohe Strafen eingebracht haben. Verpisst euch einfach! Es geht mir so auf die Nüsse, wie sie sich selber feiern, wie sie, und hier zitiere ich "unter dem Namen von RWE in Thüringer Städten und Gemeinden einen " Glaubenskrieg " für RWE führen zu müssen ..."
(Link), wie sie die Verletzungen von eigenen Anhängern, Ordnern, Feuerwehrleuten und Polizisten mit Genuss in Kauf nehmen und ein rabenschwarzes Licht auf einen Verein werfen, der seit Jahren versucht, in Erfurt hochklassigen Fußball anzubieten, versucht solide zu Wirtschaften und darauf bedacht ist, eine positive Außendarstellung herauszutragen. Und ich meine hier nicht unsere Ultras, die vermutlich nicht an den Aktionen beteiligt waren, sich aber auch leider nicht dagegen eingesetzt hatten.
Übrigens fuhr man am Sonntag beim Hallencup in Riesa einen beachtenswerten zweiten Platz ein. Sah man sich aber die Zusammenfassung im MDR vom Finale an, wurde das ganze Ausmaß der Erfurter Ideenlosigkeit erneut sichtbar. Nach vorne kam man nicht zum Abschluss und die Auer, der Finalgegner, wurde dazu eingeladen, Tore nach Kontern zu schießen. Für das neue Jahr bleibt nur zu hoffen, dass wir wieder mehr Durchschlagskraft im Angriff herauskitzeln können, dass Serge Yohoua wieder fitt wird und den Konkurenzkampf im Sturm wiederbelebt.
Ansosten wünsche ich allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Dort wird der erste Gegner Bayern München sein. Klingt doch ganz nett...
Sonntag, 18. Dezember 2011
Freitag, 16. Dezember 2011
Nach der Hindrunde ist vor dem Derby!
Was war denn das für eine unfassbare erste Halbserie? Erstmal tut es mir leid, dass ich mich wieder so lange nicht mehr zu Wort gemeldet habe. Nun aber denke ich, ist es an der Zeit mich mit einem Fazit und einem Ausblick zurück in die Spur zu bringen.
Auswärts, wie wir alle wissen, sind wir denkbar schlecht gestartet. Das lag vermutlich daran, dass man auch auf fremden Platz dem Gegner sein Spiel aufzwingen wollte, ein Spiel von dem die Mannschaft selber noch nicht wusste, welches das eigentlich ist. Dafür lief es daheim, die Gegner fielen reihenweise um und verließen das SWS mit Null Punkten. Und dann, ein Sieg in Unterzahl in Saarbrücken dank eines hervorragend aufgelegten Andreas Sponsel, welcher nach der Suspendierung von Rickert nahezu tadellos spielt und schwupp die wupp lief es daheim nicht mehr. Ich halte es einfach mal für Zufall, dass mein letzter Eintrag auch nach dem letzten Sieg geschrieben wurde.
Sicherlich sieht man der gesamten Mannschaft eine gewisse Entwicklung an. Leider bleibt aber auch festzuhalten, dass man sich im eigenen Spielaufbau und, das ist viel schlimmer, im Abschluss sehr schwer tut. Dafür hat die Defensive von Bertram profitiert. Insgesamt wirkten die Aktionen der Hintermannschaft, sieht man mal von den Aussetzern eines Bernd Rauw und Thomas Ströhls im letzten Heimspiel ab, sicherer und durchdachter. Das Mittelfeld, seit langem schon Erfurts größte Stärke hat mit Zedi und Pfingsten zwei Leitwölfe, die im Fall des Falles auch mal ein Spiel an sich reißen können. Einziges wirkliches Problem bleibt die Offensive: Wir haben mit Manno, Weidlich und Drexler wirklich gute Leute, die den Ball nach vorne bringen können. Und trotzdem finden sich immer wieder Abstimmungsprobleme. Mal wird der Ball bis zur Grundlinie getragen und statt auf den freien Mann am Elferpunkt zu spielen, geht der Ball an den Fünfer, mal läuft man in den Sechzehner und statt nun zurück zu legen versucht man es selber, mal zieht man Richtung Eckfahne und versucht an der Strafraumgrenze eine Flanke zu schlagen, die dann ins Nichts geht. Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, denn durchdachte, ja geplante Spielzüge lassen sich nur selten feststellen. Oft hatte ich das Gefühl, dass der eine nicht weiß, was der andere von ihm will. Und nach jeder missglückten Aktion beginnt dann die Körpersprache wegzubrechen. Man zuckt mit den Schultern, zeigt auf den Ball oder den Laufweg, den man doch hätte voraussehen müssen und so weiter. Viel zu selten gab es so schöne Angriffe wie in Unterhaching als ein toller Pass von Manno genau in den Fuß von Cello gespielt wurde, oder Domes Flanke ebenfalls Cello als Abnehmer fand.
Das Problem liegt darin, und das wissen die Kicker laut Zedi auch, dass wir uns zur Zeit schwer tun, das Spiel zu machen. Aber was heißt eigtl. "Das Spiel machen"? Sollte nicht jede Mannschaft gewillt sein, so zu spielen, wie sie es trainiert hat, sollte man nicht Ball und Gegner, gerade daheim, laufen lassen, seine Automatismen abrufen und über eine eingespielte Teamleistung zum Erfolg kommen? Was passiert da auswärts? Wir warten auf Fehler des Gegners, spielen relativ geschickt nach vorne und kommen zum Abschluss. Wie schwer sich unsere Kreativspieler anstellen, wenn sie vor zwei Viererketten gestellt werden, hat man gegen Chemnitz gesehen. Ich erinner mich spontan an keine Aktion, die deren Abwehr vor ernste Probleme hat stellen können. Und wenn doch, dann fehlte die Präzision im Abschluss. Hingegen hat man gegen Babelsberg gesehen, was passiert, wenn zur fehlenden Kreativität auch noch schlampiges Verhalten im Deckungsverbund und ein überforderter Schiri hinzukommen: Niederlagen.
Woran muss also Herr Emmerling, der sich sicherlich keine leichte Aufgabe gestellt hat, als er die Mannschaft voller heute oft vermisster "Typen" zusammen stellte, arbeiten, wenn er in der Rückrunde eine (noch) bessere Figur machen will? In erster Linie an den Automatismen im Vorwärtsgang. Wir müssen es schaffen Ball und Gegner zu beschäftigen, unberechnbarer werden. Das geht nur durch eine konzentrierte Teamleistung bei der alle an einem Strang ziehen. Aber von hier sagt sich das sehr leicht. Phrasen haben noch keinen Menschen zu einem guten Fußballer gemacht! Aber ich denke wir sind auf einem guten Weg.
Mal sehen, ob ich das nach dem Derby am Samstag auch noch so sehe. Aber es ist gut zu wissen, egal wie das morgen ausgeht, THÜRINGEN IST ROT WEISS!
Auswärts, wie wir alle wissen, sind wir denkbar schlecht gestartet. Das lag vermutlich daran, dass man auch auf fremden Platz dem Gegner sein Spiel aufzwingen wollte, ein Spiel von dem die Mannschaft selber noch nicht wusste, welches das eigentlich ist. Dafür lief es daheim, die Gegner fielen reihenweise um und verließen das SWS mit Null Punkten. Und dann, ein Sieg in Unterzahl in Saarbrücken dank eines hervorragend aufgelegten Andreas Sponsel, welcher nach der Suspendierung von Rickert nahezu tadellos spielt und schwupp die wupp lief es daheim nicht mehr. Ich halte es einfach mal für Zufall, dass mein letzter Eintrag auch nach dem letzten Sieg geschrieben wurde.
Sicherlich sieht man der gesamten Mannschaft eine gewisse Entwicklung an. Leider bleibt aber auch festzuhalten, dass man sich im eigenen Spielaufbau und, das ist viel schlimmer, im Abschluss sehr schwer tut. Dafür hat die Defensive von Bertram profitiert. Insgesamt wirkten die Aktionen der Hintermannschaft, sieht man mal von den Aussetzern eines Bernd Rauw und Thomas Ströhls im letzten Heimspiel ab, sicherer und durchdachter. Das Mittelfeld, seit langem schon Erfurts größte Stärke hat mit Zedi und Pfingsten zwei Leitwölfe, die im Fall des Falles auch mal ein Spiel an sich reißen können. Einziges wirkliches Problem bleibt die Offensive: Wir haben mit Manno, Weidlich und Drexler wirklich gute Leute, die den Ball nach vorne bringen können. Und trotzdem finden sich immer wieder Abstimmungsprobleme. Mal wird der Ball bis zur Grundlinie getragen und statt auf den freien Mann am Elferpunkt zu spielen, geht der Ball an den Fünfer, mal läuft man in den Sechzehner und statt nun zurück zu legen versucht man es selber, mal zieht man Richtung Eckfahne und versucht an der Strafraumgrenze eine Flanke zu schlagen, die dann ins Nichts geht. Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, denn durchdachte, ja geplante Spielzüge lassen sich nur selten feststellen. Oft hatte ich das Gefühl, dass der eine nicht weiß, was der andere von ihm will. Und nach jeder missglückten Aktion beginnt dann die Körpersprache wegzubrechen. Man zuckt mit den Schultern, zeigt auf den Ball oder den Laufweg, den man doch hätte voraussehen müssen und so weiter. Viel zu selten gab es so schöne Angriffe wie in Unterhaching als ein toller Pass von Manno genau in den Fuß von Cello gespielt wurde, oder Domes Flanke ebenfalls Cello als Abnehmer fand.
Das Problem liegt darin, und das wissen die Kicker laut Zedi auch, dass wir uns zur Zeit schwer tun, das Spiel zu machen. Aber was heißt eigtl. "Das Spiel machen"? Sollte nicht jede Mannschaft gewillt sein, so zu spielen, wie sie es trainiert hat, sollte man nicht Ball und Gegner, gerade daheim, laufen lassen, seine Automatismen abrufen und über eine eingespielte Teamleistung zum Erfolg kommen? Was passiert da auswärts? Wir warten auf Fehler des Gegners, spielen relativ geschickt nach vorne und kommen zum Abschluss. Wie schwer sich unsere Kreativspieler anstellen, wenn sie vor zwei Viererketten gestellt werden, hat man gegen Chemnitz gesehen. Ich erinner mich spontan an keine Aktion, die deren Abwehr vor ernste Probleme hat stellen können. Und wenn doch, dann fehlte die Präzision im Abschluss. Hingegen hat man gegen Babelsberg gesehen, was passiert, wenn zur fehlenden Kreativität auch noch schlampiges Verhalten im Deckungsverbund und ein überforderter Schiri hinzukommen: Niederlagen.
Woran muss also Herr Emmerling, der sich sicherlich keine leichte Aufgabe gestellt hat, als er die Mannschaft voller heute oft vermisster "Typen" zusammen stellte, arbeiten, wenn er in der Rückrunde eine (noch) bessere Figur machen will? In erster Linie an den Automatismen im Vorwärtsgang. Wir müssen es schaffen Ball und Gegner zu beschäftigen, unberechnbarer werden. Das geht nur durch eine konzentrierte Teamleistung bei der alle an einem Strang ziehen. Aber von hier sagt sich das sehr leicht. Phrasen haben noch keinen Menschen zu einem guten Fußballer gemacht! Aber ich denke wir sind auf einem guten Weg.
Mal sehen, ob ich das nach dem Derby am Samstag auch noch so sehe. Aber es ist gut zu wissen, egal wie das morgen ausgeht, THÜRINGEN IST ROT WEISS!
Sonntag, 28. August 2011
Über Arbeitssiege
Nachdem ich über die beiden Niederlagen bzw. dem Unentschieden gegen Osnabrück gar nicht zu schreiben wagte, möchte ich mich an dieser Stelle doch wieder zu Wort melden. Das hat zweierlei Gründe: Zum Einen der gestrige Sieg gegen den SV Darmstadt 98:
Vor bescheidenen 5000 Zuschauern feierte der RWE gestern einen glücklichen Sieg. Sicherlich war die Freude groß, endlich wieder getroffen und drei Punkte eingefahren zu haben. Das kann und darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es lange Zeit nicht nach einem Punktgewinn aussah. Die ersten zehn Minuten hatten die Gäste klar für sich gestalten können. Unsere zahlreichen Ballverluste im Mittelfeld, die auch nach der Führung nicht aus blieben, nutzten die Lilien immer wieder um ihr vorbildliches Umschalten aufzufahren und zu Abschlüssen vor dem Gehäuse von Rickert zu kommen. Einzig in der Genauigkeit mangelte es den Jungs aus Hessen. Und so fiel die glückliche Führung durch Reichwein nach einer, man höre und staune, Ecke! Zedi kam mit viel Kraft durch den Sechzehner gelaufen und sein Kopfball konnte nur nach vorne abgeblockt werden, wo Reichwein mit einem Volleyschuss den Ball über die Linie hämmerte. Die Erleichterung in der Mannschaft war auch auf den Rängen spürbar. Die Darmstädter hingegen mussten sich nun im völlig im falschen Film fühlen, hatten sie die Partie doch bis dahin dominiert! Von ihrer Linie ließen sie sich auch in Folge des Rückstandes nicht abbringen. Wie in der F-Jugend unterliefen uns selbst nach eigenen Abschlägen sofortige Ballverluste und haarsträubende Fehlpässe. Zwar bekam Erfurt das Spiel nun etwas besser in den Griff und noch zu einer weiteren guten Chance durch Zedi, aber mit dem 1:0 ging man doch glücklich in die Pause.
Auch die zweite Halbzeit begann wie die erste. Die Darmstädter nutzten unsere Fehler in der Vorwärtsbewegung zum schnellen Umschalten. Meist vergingen kaum 10sec und sie tauchten vor dem Kasten von Rickert auf. Hatte der RWE mal die selbe Idee, dauerte das Spiel nach vorne häufig so lange, dass Darmstadt mit fünf Mann hinter dem Ball stand und unsere Stürmer nicht zum Abschluss kommen ließen. Zwar konnten sich Morabit und Drexler häufig bis zur Grundlinie durchsetzen, den Ball anschließend aber nie dorthin bringen, wo ein Mitspieler stand. Entweder war gar nicht erst jemand mitgelaufen, oder stand weder im Rücken der Abwehr noch auf dem Elfmeterpunkt. Hier MUSS einfach an der Abstimmung gearbeitet werden. Da sich Darmstadt nicht geschlagen geben wollte, weiter aufrückte und drückte, ergaben sich nun Möglichkeiten zum Konterspiel. Einen von Ströhl nach vorne geschlagenen Ball konnte Morabit gut mitnehmen und, begleitet von drei Darmstädtern, frei auf's Tor zulaufen. Einzig Callias war mitgesprintet, lief diesmal nicht ins Abseits und wurde von Morabit auch nicht übersehen. Nach dem Zuspiel konnte er sich den Torwart ausgucken und zum 2:0 und der damit verbundenen Entscheidung einschieben. Ein großes Lob an die Lilien, die auch nach dem zweiten Gegentor nicht aufgaben. Erfurt hatte jedoch nach der schlechten Chancenauswertung in den vorangegangenen Spielen heute das nötige Glück und Können. Nach der langen Spielpause geht es für die Jungs nach Bielefeld, wo man hoffentlich nicht wie so oft schon Aufbaugegner spielt und endlich was Zählbares mitnimmt.
Den zweiten Anlass hier zu schreiben, ist die unvorstellbare Situation, die sich zu Beginn der zweiten HZ in den Fanblöcken abspielte. Nach einer Eskalation mit der Polizei versuchten die Darmstädter auf unseren Block zuzulaufen, wurden aber glücklicherweise aufgehalten. Wie sich die Sache darstellte, agierte die Polizei eher ungeschickt, und konnte nur durch den massiven Einsatz von Pfefferspray die Lage "unter Kontrolle" bringen. Natürlich ließ sich die KEF und Ultras die Chance zum Aufmischen nicht entgehen, bewegte sich aber dabei Gott sei Dank im Rahmen des eigenen Blocks. Von den Ausnahmen vor dem Marathontor abgesehen. Den erbeuteten Darmstadtschal der Kurve zu präsentieren und trotz zahlreicher Rufe NICHT abzubrennen gebührt mein voller Respekt! Das hätte nur zu mehr Ärger geführt und auch wäre auch dem DFB wiedermal negativ aufgefallen! Vielen Dank Cappo für diese kluge Entscheidung!
Auch die ersten zehn Minuten schweigend zu verbringen ist sicherlich eine gute Idee um Anteilnahme am Schicksal eines Freundes zu zeigen. Den Aufruf "Messerstecher an die Wand" halte ich hingegen für fragwürdig, zumal der KEFler vermutlich nicht unschuldig an der Attacke gegen ihn war - was aber reine Spekulation meinerseits bleibt und von Insidern gerne aufgeklärt werden darf!
Soviel dazu und auf die hoffentlich bald folgenden nächsten drei Punkte! Rot Weisse Grüße.
Vor bescheidenen 5000 Zuschauern feierte der RWE gestern einen glücklichen Sieg. Sicherlich war die Freude groß, endlich wieder getroffen und drei Punkte eingefahren zu haben. Das kann und darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es lange Zeit nicht nach einem Punktgewinn aussah. Die ersten zehn Minuten hatten die Gäste klar für sich gestalten können. Unsere zahlreichen Ballverluste im Mittelfeld, die auch nach der Führung nicht aus blieben, nutzten die Lilien immer wieder um ihr vorbildliches Umschalten aufzufahren und zu Abschlüssen vor dem Gehäuse von Rickert zu kommen. Einzig in der Genauigkeit mangelte es den Jungs aus Hessen. Und so fiel die glückliche Führung durch Reichwein nach einer, man höre und staune, Ecke! Zedi kam mit viel Kraft durch den Sechzehner gelaufen und sein Kopfball konnte nur nach vorne abgeblockt werden, wo Reichwein mit einem Volleyschuss den Ball über die Linie hämmerte. Die Erleichterung in der Mannschaft war auch auf den Rängen spürbar. Die Darmstädter hingegen mussten sich nun im völlig im falschen Film fühlen, hatten sie die Partie doch bis dahin dominiert! Von ihrer Linie ließen sie sich auch in Folge des Rückstandes nicht abbringen. Wie in der F-Jugend unterliefen uns selbst nach eigenen Abschlägen sofortige Ballverluste und haarsträubende Fehlpässe. Zwar bekam Erfurt das Spiel nun etwas besser in den Griff und noch zu einer weiteren guten Chance durch Zedi, aber mit dem 1:0 ging man doch glücklich in die Pause.
Auch die zweite Halbzeit begann wie die erste. Die Darmstädter nutzten unsere Fehler in der Vorwärtsbewegung zum schnellen Umschalten. Meist vergingen kaum 10sec und sie tauchten vor dem Kasten von Rickert auf. Hatte der RWE mal die selbe Idee, dauerte das Spiel nach vorne häufig so lange, dass Darmstadt mit fünf Mann hinter dem Ball stand und unsere Stürmer nicht zum Abschluss kommen ließen. Zwar konnten sich Morabit und Drexler häufig bis zur Grundlinie durchsetzen, den Ball anschließend aber nie dorthin bringen, wo ein Mitspieler stand. Entweder war gar nicht erst jemand mitgelaufen, oder stand weder im Rücken der Abwehr noch auf dem Elfmeterpunkt. Hier MUSS einfach an der Abstimmung gearbeitet werden. Da sich Darmstadt nicht geschlagen geben wollte, weiter aufrückte und drückte, ergaben sich nun Möglichkeiten zum Konterspiel. Einen von Ströhl nach vorne geschlagenen Ball konnte Morabit gut mitnehmen und, begleitet von drei Darmstädtern, frei auf's Tor zulaufen. Einzig Callias war mitgesprintet, lief diesmal nicht ins Abseits und wurde von Morabit auch nicht übersehen. Nach dem Zuspiel konnte er sich den Torwart ausgucken und zum 2:0 und der damit verbundenen Entscheidung einschieben. Ein großes Lob an die Lilien, die auch nach dem zweiten Gegentor nicht aufgaben. Erfurt hatte jedoch nach der schlechten Chancenauswertung in den vorangegangenen Spielen heute das nötige Glück und Können. Nach der langen Spielpause geht es für die Jungs nach Bielefeld, wo man hoffentlich nicht wie so oft schon Aufbaugegner spielt und endlich was Zählbares mitnimmt.
Den zweiten Anlass hier zu schreiben, ist die unvorstellbare Situation, die sich zu Beginn der zweiten HZ in den Fanblöcken abspielte. Nach einer Eskalation mit der Polizei versuchten die Darmstädter auf unseren Block zuzulaufen, wurden aber glücklicherweise aufgehalten. Wie sich die Sache darstellte, agierte die Polizei eher ungeschickt, und konnte nur durch den massiven Einsatz von Pfefferspray die Lage "unter Kontrolle" bringen. Natürlich ließ sich die KEF und Ultras die Chance zum Aufmischen nicht entgehen, bewegte sich aber dabei Gott sei Dank im Rahmen des eigenen Blocks. Von den Ausnahmen vor dem Marathontor abgesehen. Den erbeuteten Darmstadtschal der Kurve zu präsentieren und trotz zahlreicher Rufe NICHT abzubrennen gebührt mein voller Respekt! Das hätte nur zu mehr Ärger geführt und auch wäre auch dem DFB wiedermal negativ aufgefallen! Vielen Dank Cappo für diese kluge Entscheidung!
Auch die ersten zehn Minuten schweigend zu verbringen ist sicherlich eine gute Idee um Anteilnahme am Schicksal eines Freundes zu zeigen. Den Aufruf "Messerstecher an die Wand" halte ich hingegen für fragwürdig, zumal der KEFler vermutlich nicht unschuldig an der Attacke gegen ihn war - was aber reine Spekulation meinerseits bleibt und von Insidern gerne aufgeklärt werden darf!
Soviel dazu und auf die hoffentlich bald folgenden nächsten drei Punkte! Rot Weisse Grüße.
Freitag, 12. August 2011
Rundgang um das Stadionrund
Wäre Fußball eine Landschaft, der RWE hätte vermutlich die Form eines Bergmassiv. Hoch und runter, das ist ja eigentlich nichts Neues, Licht und Schatten ebensowenig. Aber den Saisonauftakt so gut gestalten, die Woche drauf gegen wirklich nicht besonders stark und zudem noch mit Pokalbeinen auflaufende Babelsberger zu verlieren um anschließend einen knappen, nicht unverdienten, aber geduldigen 1:0 Sieg gegen Bremen II einzufahren, das schafft nur der RWE. Zur Zeit stehen wir also am Ziel, den guten einstelligen Tabellenplatz. Am Wochenende geht die Fahrt nach Stuttgart, das SWS bleibt also leer. In Stuttgart gab es die letzten Jahre wenig, na ja, gar nichts zu holen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Auswärtsspiel heißt auch gleichzeitig, dass das Steigerwaldstadion, wie fast immer unter der Woche, leer und unbenutzt bleibt. Viele Leute gehen dann daran vorbei, mit ihren Hunden spazieren, mit der Straßenbahn, oder wie die meisten Spieler, Leichtathleten und Sportgymnasiasten, laufend bzw. joggend. Ich bezweifel einfach mal, dass unter der Woche dem Gelände eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und da sich das Gelände bald in eine Baustelle verwandelt, sein ursprüngliches, ja durchaus anarchisches Gesicht, mit Bäumen und Wiese unter den Tribünen, verlieren wird, habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, um das Stadion außerhalb der Heimspiele auf Bild festzuhalten. Zumindest soweit es mir von Außen möglich war. Vielleicht blicken wir in zehn Jahren auf die Fotos zurück und erinnern uns daran, dass die *insert random Sponsor* ARENA irgendwann mal Steigerwaldstadion hieß, vier Flutlichtmasten aus Stahl und Bäume hinter den Tribünen hatte.










Auswärtsspiel heißt auch gleichzeitig, dass das Steigerwaldstadion, wie fast immer unter der Woche, leer und unbenutzt bleibt. Viele Leute gehen dann daran vorbei, mit ihren Hunden spazieren, mit der Straßenbahn, oder wie die meisten Spieler, Leichtathleten und Sportgymnasiasten, laufend bzw. joggend. Ich bezweifel einfach mal, dass unter der Woche dem Gelände eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und da sich das Gelände bald in eine Baustelle verwandelt, sein ursprüngliches, ja durchaus anarchisches Gesicht, mit Bäumen und Wiese unter den Tribünen, verlieren wird, habe ich mich gestern auf den Weg gemacht, um das Stadion außerhalb der Heimspiele auf Bild festzuhalten. Zumindest soweit es mir von Außen möglich war. Vielleicht blicken wir in zehn Jahren auf die Fotos zurück und erinnern uns daran, dass die *insert random Sponsor* ARENA irgendwann mal Steigerwaldstadion hieß, vier Flutlichtmasten aus Stahl und Bäume hinter den Tribünen hatte.
Montag, 25. Juli 2011
DERBYSIEGER RWE - FCC 3:0
Zugegeben, es war nicht alles Gold, was Samstagnachmittag unterhalb der Erfurter Anzeigetafel auf dem grünen Rasen gezeigt wurde. Das Ergebnis hingegen schimmerte dennoch goldgelb ins weite Rund: FC Rot Weiss Erfurt 3 : Carl Zeiss Jena 0!
Trotz des klaren Ergebnisses war das Spiel über weite Strecken wenig ansehnlich. Hatte der RWE in den ersten Minuten noch versucht, gleich aufzuzeigen, wer hier Chef im Ring ist, glitt ihnen das Spiel danach immer weiter aus der Hand. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass hier keiner den ersten Fehler machen wollte. Kein Wunder also, dass das 1:0 nach einem Standard fiel. Olli flankte den Ball mit viel Effet in den Strafraum und per schönem Flugkopfball und völlig ungedeckt vom (an diesem Spieltag entscheidend schlechten) Hänge in die Maschen. Danach wurde das Spiel auf dem Rasen besser, die Stimmung im Stadion auf Rot Weisser Seite auch. Schade, dass es wieder einen unverbesserlichen gab, der Feuerwerkskörper zünden musste, sehr zum Unmut der herumstehenden Fans, was hier auch nochmal hervorgehoben werden soll.
In der zweiten Halbzeit gab sich Jena dann selbst den Todesstoß. Kurz nach Wiederanpfiff ließ sich besagter Hänge zu einem dummen Tritt hinreißen und verschaffte uns einen von NPR sicher verwandelten Elfemeter. Kurze Zeit später wurden dann die Leitwölfe des FCC ausgewechselt, mit kurioser Begründung von Heiko Weber: "Das Spiel ist doch eh verloren!"
Das 3:0 durch Reichwein war nur noch eine Frage der Zeit, weil Jena nun kommen wollte und Erfurt das Spiel im Griff hatte und kontern durfte. Spielerisch konnte mich das gezeigte über weite Strecken nicht überzeugen. Sei es nun Nervosität oder einfach Unvermögen - gegen Gegner die ihre Chancen konsequenter nutzen, würden wir nicht als Gewinner vom Platz gehen. Das Bemühen war da, Manno und Cello arbeiteten viel, Zedi derigierte gewohnt sicher das Spiel und auch Rauw war in der zweiten Halbzeit so, wie man sich das erhofft hat. Aber das täuschte nicht über viele Abspielfehler hinweg und auch nicht über die Schwierigkeiten im Spielaufbau, lange Bälle über das Mittelfeld waren noch nie ein probates Mittel. Trotzdem: wenn Emma noch an der Feinabstimmung arbeitet und alle mitziehen, dann werden wir auch diese Saison eine gute Rolle spielen.
Ein Wort noch zu Jovanovic. Er kam Mitte der zweiten Halbzeit und gefiel mir spielerisch ausgezeichnet, führte den Ball sicher am Fuß und mit viel Übersicht. Einzig bei der UFFTA wirkte er noch verunsichert, die Bindung zur Mannschaft schien noch nicht da zu sein. Fast schon schüchtern und hilflos wirkte er. Wo ein Sponsel laut mitsang, obwohl er das Duell gegen Rickert verlor und diese Saison wieder keinen Stammplatz hat, guckte Jovanovic wie ein Osterhase im Schnee. Hoffentlich nimmt ihn die Mannschaft noch an die Hand und in ihre Mitte um diesen Spieler auch menschlich an den Verein zu binden. Dann steht uns eine goldene Saison bevor.
Trotz des klaren Ergebnisses war das Spiel über weite Strecken wenig ansehnlich. Hatte der RWE in den ersten Minuten noch versucht, gleich aufzuzeigen, wer hier Chef im Ring ist, glitt ihnen das Spiel danach immer weiter aus der Hand. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass hier keiner den ersten Fehler machen wollte. Kein Wunder also, dass das 1:0 nach einem Standard fiel. Olli flankte den Ball mit viel Effet in den Strafraum und per schönem Flugkopfball und völlig ungedeckt vom (an diesem Spieltag entscheidend schlechten) Hänge in die Maschen. Danach wurde das Spiel auf dem Rasen besser, die Stimmung im Stadion auf Rot Weisser Seite auch. Schade, dass es wieder einen unverbesserlichen gab, der Feuerwerkskörper zünden musste, sehr zum Unmut der herumstehenden Fans, was hier auch nochmal hervorgehoben werden soll.
In der zweiten Halbzeit gab sich Jena dann selbst den Todesstoß. Kurz nach Wiederanpfiff ließ sich besagter Hänge zu einem dummen Tritt hinreißen und verschaffte uns einen von NPR sicher verwandelten Elfemeter. Kurze Zeit später wurden dann die Leitwölfe des FCC ausgewechselt, mit kurioser Begründung von Heiko Weber: "Das Spiel ist doch eh verloren!"
Das 3:0 durch Reichwein war nur noch eine Frage der Zeit, weil Jena nun kommen wollte und Erfurt das Spiel im Griff hatte und kontern durfte. Spielerisch konnte mich das gezeigte über weite Strecken nicht überzeugen. Sei es nun Nervosität oder einfach Unvermögen - gegen Gegner die ihre Chancen konsequenter nutzen, würden wir nicht als Gewinner vom Platz gehen. Das Bemühen war da, Manno und Cello arbeiteten viel, Zedi derigierte gewohnt sicher das Spiel und auch Rauw war in der zweiten Halbzeit so, wie man sich das erhofft hat. Aber das täuschte nicht über viele Abspielfehler hinweg und auch nicht über die Schwierigkeiten im Spielaufbau, lange Bälle über das Mittelfeld waren noch nie ein probates Mittel. Trotzdem: wenn Emma noch an der Feinabstimmung arbeitet und alle mitziehen, dann werden wir auch diese Saison eine gute Rolle spielen.
Ein Wort noch zu Jovanovic. Er kam Mitte der zweiten Halbzeit und gefiel mir spielerisch ausgezeichnet, führte den Ball sicher am Fuß und mit viel Übersicht. Einzig bei der UFFTA wirkte er noch verunsichert, die Bindung zur Mannschaft schien noch nicht da zu sein. Fast schon schüchtern und hilflos wirkte er. Wo ein Sponsel laut mitsang, obwohl er das Duell gegen Rickert verlor und diese Saison wieder keinen Stammplatz hat, guckte Jovanovic wie ein Osterhase im Schnee. Hoffentlich nimmt ihn die Mannschaft noch an die Hand und in ihre Mitte um diesen Spieler auch menschlich an den Verein zu binden. Dann steht uns eine goldene Saison bevor.
Freitag, 22. Juli 2011
Vorschau 1. Spieltag: RWE - FCC
Morgen beginnt nun also die neue Saison. Gleich zum Auftakt gibt es das Derby. Das ist doch mal eine Ansage!
Aber unabhängig vom Prestige hat dieses erste Spiel, wie fast immer, nur wenig Aussagekraft. Beide Mannschaften treten mit teilweise weitreichend verändertem Personal an. Bei beiden Mannschaften fand ein Umbruch statt. Und beide Mannschaften haben sich dafür entschieden, mit jungen Spielern auf Kontinuität zu setzen. Bei Carl Zeiss heißt die neue und alte Wunderwaffe Jan Simak. Der mittlerweise 32jährige wird in Kernberghausen als Heilsbringer und Lösung für alles gefeiert - obwohl die Saison noch nich begonnen hat. In Erfurt hingegen hat Zedi die Woche nochmal bekräftigt, dass Erfolg nur über die mannschaftliche Geschlossenheit zu Stande kommen kann.
Natürlich ist ein Auftaktsieg wichtig, zumindest für die Moral und um nicht gleich hinterherzulaufen. Natürlich werden viele Kraft und Hoffnung für die neue Saison aus einem Sieg über den großen Rivalen schöpfen. Nur leider gilt das für beide Mannschaften gleichermaßen. Der Pleitegeier zieht seine Kreise über die Kernberge und so ein Derby hat schon den ein oder anderen Zuschauer verschreckt. Und im Steinhaus will man mit einem Sieg den "Nummer 1 im Land" Anspruch auf jedenfall verteidigen.
Dennoch bleibe ich auch bei einer Niederlage ruhig. Zumindest solange darauf nicht drei weitere folgen. Und auch mit der Schmach könnte ich leben, auch wenn ich mit einem guten Freund gewettet habe und der Verlierer 48h Stunden das Bild des Gewinners in Facebook tragen muss. Ich wollte ja um eine Woche wetten, aber das war dem Zeisser wohl zu riskant. Daran sieht man, der RWE muss sich nicht verstecken. Und egal wie das morgen ausgeht: Für micht ist es kein Indikator für den Verlauf der kompletten Saison. Wir tun gut daran auch bei einer Niederlage keine Unruhe im Verein aufkommen zu lassen.
Zugegeben, ärgern würde ich mich schon, sollten morgen die drei Punkte nicht im SWS bleiben.
Links: Vorbetrachtung RWE
Mohrens Einwurf
Aber unabhängig vom Prestige hat dieses erste Spiel, wie fast immer, nur wenig Aussagekraft. Beide Mannschaften treten mit teilweise weitreichend verändertem Personal an. Bei beiden Mannschaften fand ein Umbruch statt. Und beide Mannschaften haben sich dafür entschieden, mit jungen Spielern auf Kontinuität zu setzen. Bei Carl Zeiss heißt die neue und alte Wunderwaffe Jan Simak. Der mittlerweise 32jährige wird in Kernberghausen als Heilsbringer und Lösung für alles gefeiert - obwohl die Saison noch nich begonnen hat. In Erfurt hingegen hat Zedi die Woche nochmal bekräftigt, dass Erfolg nur über die mannschaftliche Geschlossenheit zu Stande kommen kann.
Natürlich ist ein Auftaktsieg wichtig, zumindest für die Moral und um nicht gleich hinterherzulaufen. Natürlich werden viele Kraft und Hoffnung für die neue Saison aus einem Sieg über den großen Rivalen schöpfen. Nur leider gilt das für beide Mannschaften gleichermaßen. Der Pleitegeier zieht seine Kreise über die Kernberge und so ein Derby hat schon den ein oder anderen Zuschauer verschreckt. Und im Steinhaus will man mit einem Sieg den "Nummer 1 im Land" Anspruch auf jedenfall verteidigen.
Dennoch bleibe ich auch bei einer Niederlage ruhig. Zumindest solange darauf nicht drei weitere folgen. Und auch mit der Schmach könnte ich leben, auch wenn ich mit einem guten Freund gewettet habe und der Verlierer 48h Stunden das Bild des Gewinners in Facebook tragen muss. Ich wollte ja um eine Woche wetten, aber das war dem Zeisser wohl zu riskant. Daran sieht man, der RWE muss sich nicht verstecken. Und egal wie das morgen ausgeht: Für micht ist es kein Indikator für den Verlauf der kompletten Saison. Wir tun gut daran auch bei einer Niederlage keine Unruhe im Verein aufkommen zu lassen.
Zugegeben, ärgern würde ich mich schon, sollten morgen die drei Punkte nicht im SWS bleiben.
Links: Vorbetrachtung RWE
Mohrens Einwurf
Mittwoch, 13. Juli 2011
Rot Weiss Erfurt - Werder Bremen (1:2)
Nach einer gefühlten Ewigkeit war es gestern endlich soweit. Das erste Spiel mit neu formierter Mannschaft im SWS fand statt. Und dann gleich ein - oh oh, hier kommt das verbotene Wort, nein nicht Jena, das andere - Kracher! Gegen einen Erstligisten! Werder Bremen! Letzte Saison dem Abstieg näher, als der Europa League! Leicht ersatzgeschwächt, aber ansonsten mit der ersten Mannschaft.
Was wurde in den vergangenen Wochen für ein Tamtam aus dem gestrigen Spiel gemacht. Jeden Tag eine neue Meldung über Bremen auf der RWE-Homepage. Natürlich ist es verständlich, dass der Verein bemüht ist, möglichst viele Zuschauer ins SWS zu locken, und vielleicht verirrt sich in Zukunft der ein oder andere Werder Anhänger wieder an den Steigerwald, aber eigtl. bin ich sehr froh, dass es nun vorbei ist und sich Fans und Verein auf das wesentlich wichtigere, und sicherlich auch (noch) besser besuchte Spiel gegen Carl Heinz Jena vorbereiten können.
Und genau vor diesem wichtigen Spiel möchte ich noch eine kleine Einzelkritik zu den gestrigen Akteuren im Rot-Weiss-Trikot abliefern. Denn obwohl Werder sicher nicht volle Kraft voraus gefahren ist, haben unsere Jungs relativ gut mitgehalten und einige schön herausgespielte Angriffe vorgetragen.
Rickert: Sicherlich für einige Zuschauer eine Überraschung im Tor. Aus meiner Sicht ein gutes Spiel von ihm. Bei den Gegentoren weitesgehend machtlos, zumindest das 1:2 war ein verdeckter Schuss, den er kaum gesehen hat. Meist sicher bei hohen Bällen und vor allem sehr zügig in der Spieleröffnung. Stand weit vorm Tor ohne, dass man Angst haben musste. Sponsel muss sich strecken, wenn er gegen Jena im Tor stehen will...
Ofosu-Ayeh: Beackerte mit Danso die rechte Abwehr und tlw. Angriffseite. Stand mir einige Male zu weit weg vom Gegenspieler und zu sehr in die Mitte gezogen, so dass eine große Lücke zw. der linken Bremer Angriffsseite und dem Verteidiger entstand. Wenn er im Zweikampf war aber sehr bissig und schnell.
Rauw: Kein überragender Auftritt, aber solide. Muss noch etw. spritziger werden, hat sich glaube ich beim 1:0 ziemlich überrumpeln lassen.
Oumari: Ebenfalls eher unauffällig, was aber positiv gewertet werden kann.
Ströhl: Vor allem durch seine Einwürfe sorgte er für Gefahr, oder zumindest Aufmerksamkeit. Kein schlechtes Spiel.
Weidlich: Hat wie immer viel versucht und wenig erreicht. Trotzdem gefällt sein Gewühle und sein Versuch sich durch zu tanken.
Pfingsten-Reddig: Einige Flanken waren zu flach, gerade bei Ecken. Ansonsten eher unauffällig.
Zedi: Leiter des Erfurter Spiels. Ein paar Ballverluste, aber immer am Ackern und sicherlich wichtig für die Mittelfeldachse, mit Übersicht und Cleverness.
Caillas: In der zweiten Halbzeit besser, typisches Caillas Spiel, nicht mehr laufen als nötig, aber wenn dann richtig. Seine Erfahrung und Abgezocktheit werden uns diese Saison hoffentlich ein paar Vorteile bringen.
Reichwein: Ach Marcel, was machen wir nur mit dir? Da war zwischen Genie und Wahnsinn wieder alles dabei. Leider manchmal mit der falschen Entscheidung, hier noch ein schlenker und dort noch ein Tritt ins Leere, anstatt direkter zum Tor zu gehen. Dennoch sehr mannschaftsdienlich, holt sich die Bälle, lauf- und zweikampfstark, aber manchmal auch zu schnell am Aufgeben, wenn eine Aktion mal nicht klappt wie gewollt.
Morabit: Ui der kann rennen! Sehr schnell und ballsicher, wird uns noch einiges an Freude bereiten, hoffe ich.
Zu den Auswechselern kann ich nicht viel sagen, einzig Paradies hat mit seinen Tor natürlich für ein Ausrufezeichen gesorgt. Bleibt abzuwarten, wie viel von der gestrigen Leistung ins erste Pflichtspiel mitgenommen werden kann.
Was wurde in den vergangenen Wochen für ein Tamtam aus dem gestrigen Spiel gemacht. Jeden Tag eine neue Meldung über Bremen auf der RWE-Homepage. Natürlich ist es verständlich, dass der Verein bemüht ist, möglichst viele Zuschauer ins SWS zu locken, und vielleicht verirrt sich in Zukunft der ein oder andere Werder Anhänger wieder an den Steigerwald, aber eigtl. bin ich sehr froh, dass es nun vorbei ist und sich Fans und Verein auf das wesentlich wichtigere, und sicherlich auch (noch) besser besuchte Spiel gegen Carl Heinz Jena vorbereiten können.
Und genau vor diesem wichtigen Spiel möchte ich noch eine kleine Einzelkritik zu den gestrigen Akteuren im Rot-Weiss-Trikot abliefern. Denn obwohl Werder sicher nicht volle Kraft voraus gefahren ist, haben unsere Jungs relativ gut mitgehalten und einige schön herausgespielte Angriffe vorgetragen.
Rickert: Sicherlich für einige Zuschauer eine Überraschung im Tor. Aus meiner Sicht ein gutes Spiel von ihm. Bei den Gegentoren weitesgehend machtlos, zumindest das 1:2 war ein verdeckter Schuss, den er kaum gesehen hat. Meist sicher bei hohen Bällen und vor allem sehr zügig in der Spieleröffnung. Stand weit vorm Tor ohne, dass man Angst haben musste. Sponsel muss sich strecken, wenn er gegen Jena im Tor stehen will...
Ofosu-Ayeh: Beackerte mit Danso die rechte Abwehr und tlw. Angriffseite. Stand mir einige Male zu weit weg vom Gegenspieler und zu sehr in die Mitte gezogen, so dass eine große Lücke zw. der linken Bremer Angriffsseite und dem Verteidiger entstand. Wenn er im Zweikampf war aber sehr bissig und schnell.
Rauw: Kein überragender Auftritt, aber solide. Muss noch etw. spritziger werden, hat sich glaube ich beim 1:0 ziemlich überrumpeln lassen.
Oumari: Ebenfalls eher unauffällig, was aber positiv gewertet werden kann.
Ströhl: Vor allem durch seine Einwürfe sorgte er für Gefahr, oder zumindest Aufmerksamkeit. Kein schlechtes Spiel.
Weidlich: Hat wie immer viel versucht und wenig erreicht. Trotzdem gefällt sein Gewühle und sein Versuch sich durch zu tanken.
Pfingsten-Reddig: Einige Flanken waren zu flach, gerade bei Ecken. Ansonsten eher unauffällig.
Zedi: Leiter des Erfurter Spiels. Ein paar Ballverluste, aber immer am Ackern und sicherlich wichtig für die Mittelfeldachse, mit Übersicht und Cleverness.
Caillas: In der zweiten Halbzeit besser, typisches Caillas Spiel, nicht mehr laufen als nötig, aber wenn dann richtig. Seine Erfahrung und Abgezocktheit werden uns diese Saison hoffentlich ein paar Vorteile bringen.
Reichwein: Ach Marcel, was machen wir nur mit dir? Da war zwischen Genie und Wahnsinn wieder alles dabei. Leider manchmal mit der falschen Entscheidung, hier noch ein schlenker und dort noch ein Tritt ins Leere, anstatt direkter zum Tor zu gehen. Dennoch sehr mannschaftsdienlich, holt sich die Bälle, lauf- und zweikampfstark, aber manchmal auch zu schnell am Aufgeben, wenn eine Aktion mal nicht klappt wie gewollt.
Morabit: Ui der kann rennen! Sehr schnell und ballsicher, wird uns noch einiges an Freude bereiten, hoffe ich.
Zu den Auswechselern kann ich nicht viel sagen, einzig Paradies hat mit seinen Tor natürlich für ein Ausrufezeichen gesorgt. Bleibt abzuwarten, wie viel von der gestrigen Leistung ins erste Pflichtspiel mitgenommen werden kann.
Mittwoch, 18. Mai 2011
Wechselwelle
Die ersten Neuzugänge haben ihren Weg in die Mannschaft gefunden. Wie bereits vermutet wird unsere Abwehr durch einen starken Anführer namens Bernd Rauw von Union Berlin und einen jungen wilden namens Phil Ofosu-Ayeh aus Wilhelmshaven verstärkt. (Siehe Vereinshomepage)
Gleichzeitig verlässt Dennis Hillebrand den Verein. Für mich kam die Nachricht gerade etwas überraschend, weil die Vorzeichen bisher auf Vertragsverlängerung standen. Ich vermute Mal finanzielle Vorstellungen haben zu dieser Entscheidung geführt.
Außerdem ist seit gestern offiziell, dass Orle den Verein nach Karlsruhe verlässt und sich dort dem beinah-Absteiger anschließt. Viel Glück! Möckel hingegen geht zum vielleicht- Aufsteiger Dynamo Dresden.
Gleichzeitig verlässt Dennis Hillebrand den Verein. Für mich kam die Nachricht gerade etwas überraschend, weil die Vorzeichen bisher auf Vertragsverlängerung standen. Ich vermute Mal finanzielle Vorstellungen haben zu dieser Entscheidung geführt.
Außerdem ist seit gestern offiziell, dass Orle den Verein nach Karlsruhe verlässt und sich dort dem beinah-Absteiger anschließt. Viel Glück! Möckel hingegen geht zum vielleicht- Aufsteiger Dynamo Dresden.
Sonntag, 15. Mai 2011
Abgänge
Da ist sie vorbei, die Drittligasaison. Ein nicht unbedingt versöhnlicher, aber verdienter Platz 5 steht am Ende in der Tabelle neben dem FC Rot Weiss Erfurt. Eigentlich ein gutes Ergebnis, keine Frage, aber auch irgendwie zu wenig bei den Möglichkeiten, welche in den letzten Wochen vergeben wurden.
Aber an dieser Stelle möchte ich weder über das, was vor dem letzten Spieltag, noch was während des etwas glücklichem Erfolg über den VfR Aalen passiert ist, schreiben. Viel interessanter sind die Dinge, die sich auf dem Rasen und auf und vor dem Zaun des Fanblocks abspielten. Dort wurden nämlich im Vorfeld eine komplette Fußballmannschaft weg geschickt. Verabschiedet, wie es euphemistisch heißt. Die schiere Anzahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, 11, elf, ELF Abgänge hat der Verein zu verzeichnen. Sollte hier ein Industrievertreter mit viel Geld zufällig eine neue Mannschaft aufbauen wollen, ich hätte hier eine vollständig und in gutem Zustand abzugeben! Und das beste, sie ist auf nahezu allen Positionen bereits besetzt: Torhüter Dirk Orlishausen, eine Abwehr um Fabian Stenzel, Jens Möckel, Dennis Malura und Martin Pohl, sowie ein Mittelfeld/Sturm mit Tino Semmer, Julian Lüttmann, Martin Hauswald (von den Fans nochmal richtig und zurecht für die Leistung der vergangenen Jahre gefeiert!), so wie Petr Smisek (der sich seit gefühlter unendlicher Zeit bei unserem Verein bewegt, ohne sich ernsthaft zu bewegen), Chhunly Pagenburg und Sebastian Becker.
Natürlich ist es aus finanzieller Sicht wichtig, diese Spieler nicht mehr auf dem Gehaltszettel zu haben. Sportlich sind einige der Herren sicher auch zu verschmerzen. Doch gerade Orle wird im SWS vermisst werden. Nicht, weil Sponsel ein schlechter Nachfolger wäre, im Gegenteil, aber als Identifikationsfigur wie sie einst nur Hebestreit war, hinterlässt er eine klaffende Wunde. Kein Wunder, dass Orle am Ende auf dem Zaun die UFFTA anstimmen durfte. Wohin sein Weg geht, weiß bisher kein außenstehender.
Interessant ist auch, dass diese Saison gerade unsere anscheinend größte Schwachstelle das dringende Bedürfniss hat, in die zweite Liga zu wechseln. Die Abwehr hat 45 Gegentreffer zugelassen, dass ist der schlechteste Wert unter den Top 5, wenn auch weniger als fast alle weiter unten stehenden Gegner. Dennoch wirkte sie gerade in den letzten Saisonspielen wenig souverän, oft löste sie sich auf wenn vorne "alles oder nichts" gespielt wurde und durcheinander geschüttelt wurde sie auch um's ein und andere Mal. Vier Tore gegen einen beinah-Absteiger, und viele späte Tore, zeugen nicht gerade von Qualität. Hier will der Verein den Gerüchten nach mit Bernd Rauw einen Stabilisator einbetten Der war aber fast die gesamte Saison verletzt und machte auch im Spiel gegen den KSC nicht den aller besten Eindruck.
Aber im Steinhaus heißt die Devise wohl, wir müssen nehmen, was wir kriegen können. Der Etat wird nächste Saison nochmal um 300.000€ gesenkt. Die TV-Gelder werden auch weniger. Der Kader soll nicht mehr als 20 Spieler umfassen, viel auf Nachwuchs setzen und sicher auch im Unterhalt nicht mehr kosten, als nötig. Hier beißen sich manchmal Rolf Rombachs ehrgezige sportliche Ansprüche und seine finanzielle Ausgabebereitschaft. Außerdem zeigt es, dass die Erhöhung der Eintrittsgelder nicht zwingend mehr Einnahmen eingebracht hat. Trotzdem sind wir mit durchschnittlich 6.485 Zuschauern auch nicht schlecht aufgestellt und, Achtung, auf Platz 5. Das sind fast 1000 mehr, als in der vergangenen Saison. Hier waren sicherlich die spannenden Spiele gegen Braunschweig oder Regensburg und die Derbys ausschlaggebend, sowie zahlreiche Freikarten und Rabattaktionen.
Bleibt zu hoffen, dass man sich nicht verspekuliert und nach der finanziell riskanten Saison 09/10 diesmal zu wenig Risiko eingeht. Unsere Abgänge jedenfalls spülen kein neues Geld in die Vereinskasse - die Neuzgänge logischerweise auch nicht. Wie schlagkräftig die Mannschaft am Ende sein wird, zeigt sich dann in relativ genau einem Jahr.
Ich jedenfalls wünsche allen viel Erfolg für die kommenden Aufgaben, egal ob Neuzugang oder Abgang.
Aber an dieser Stelle möchte ich weder über das, was vor dem letzten Spieltag, noch was während des etwas glücklichem Erfolg über den VfR Aalen passiert ist, schreiben. Viel interessanter sind die Dinge, die sich auf dem Rasen und auf und vor dem Zaun des Fanblocks abspielten. Dort wurden nämlich im Vorfeld eine komplette Fußballmannschaft weg geschickt. Verabschiedet, wie es euphemistisch heißt. Die schiere Anzahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, 11, elf, ELF Abgänge hat der Verein zu verzeichnen. Sollte hier ein Industrievertreter mit viel Geld zufällig eine neue Mannschaft aufbauen wollen, ich hätte hier eine vollständig und in gutem Zustand abzugeben! Und das beste, sie ist auf nahezu allen Positionen bereits besetzt: Torhüter Dirk Orlishausen, eine Abwehr um Fabian Stenzel, Jens Möckel, Dennis Malura und Martin Pohl, sowie ein Mittelfeld/Sturm mit Tino Semmer, Julian Lüttmann, Martin Hauswald (von den Fans nochmal richtig und zurecht für die Leistung der vergangenen Jahre gefeiert!), so wie Petr Smisek (der sich seit gefühlter unendlicher Zeit bei unserem Verein bewegt, ohne sich ernsthaft zu bewegen), Chhunly Pagenburg und Sebastian Becker.
Natürlich ist es aus finanzieller Sicht wichtig, diese Spieler nicht mehr auf dem Gehaltszettel zu haben. Sportlich sind einige der Herren sicher auch zu verschmerzen. Doch gerade Orle wird im SWS vermisst werden. Nicht, weil Sponsel ein schlechter Nachfolger wäre, im Gegenteil, aber als Identifikationsfigur wie sie einst nur Hebestreit war, hinterlässt er eine klaffende Wunde. Kein Wunder, dass Orle am Ende auf dem Zaun die UFFTA anstimmen durfte. Wohin sein Weg geht, weiß bisher kein außenstehender.
Interessant ist auch, dass diese Saison gerade unsere anscheinend größte Schwachstelle das dringende Bedürfniss hat, in die zweite Liga zu wechseln. Die Abwehr hat 45 Gegentreffer zugelassen, dass ist der schlechteste Wert unter den Top 5, wenn auch weniger als fast alle weiter unten stehenden Gegner. Dennoch wirkte sie gerade in den letzten Saisonspielen wenig souverän, oft löste sie sich auf wenn vorne "alles oder nichts" gespielt wurde und durcheinander geschüttelt wurde sie auch um's ein und andere Mal. Vier Tore gegen einen beinah-Absteiger, und viele späte Tore, zeugen nicht gerade von Qualität. Hier will der Verein den Gerüchten nach mit Bernd Rauw einen Stabilisator einbetten Der war aber fast die gesamte Saison verletzt und machte auch im Spiel gegen den KSC nicht den aller besten Eindruck.
Aber im Steinhaus heißt die Devise wohl, wir müssen nehmen, was wir kriegen können. Der Etat wird nächste Saison nochmal um 300.000€ gesenkt. Die TV-Gelder werden auch weniger. Der Kader soll nicht mehr als 20 Spieler umfassen, viel auf Nachwuchs setzen und sicher auch im Unterhalt nicht mehr kosten, als nötig. Hier beißen sich manchmal Rolf Rombachs ehrgezige sportliche Ansprüche und seine finanzielle Ausgabebereitschaft. Außerdem zeigt es, dass die Erhöhung der Eintrittsgelder nicht zwingend mehr Einnahmen eingebracht hat. Trotzdem sind wir mit durchschnittlich 6.485 Zuschauern auch nicht schlecht aufgestellt und, Achtung, auf Platz 5. Das sind fast 1000 mehr, als in der vergangenen Saison. Hier waren sicherlich die spannenden Spiele gegen Braunschweig oder Regensburg und die Derbys ausschlaggebend, sowie zahlreiche Freikarten und Rabattaktionen.
Bleibt zu hoffen, dass man sich nicht verspekuliert und nach der finanziell riskanten Saison 09/10 diesmal zu wenig Risiko eingeht. Unsere Abgänge jedenfalls spülen kein neues Geld in die Vereinskasse - die Neuzgänge logischerweise auch nicht. Wie schlagkräftig die Mannschaft am Ende sein wird, zeigt sich dann in relativ genau einem Jahr.
Ich jedenfalls wünsche allen viel Erfolg für die kommenden Aufgaben, egal ob Neuzugang oder Abgang.
Sonntag, 8. Mai 2011
Abstinenz
Ich weiß, ich habe diesen Blog, der bisher sicherlich sowieso wenig Aufmerksamkeit erhalten hat, in den letzten 3 Jahren äußerst verhungern lassen. Das ist sehr schade, zumal Sportblogs immer beliebter werden und die anderen Rot-Weiss Blogs, so sie es denn gibt, ebenso wenig Aufmerksamkeit erfahren. Außerdem war ich letzte Saison und die davor bei nahezu allen Heimspielen und ein paar Auswärtsfahrten dabei, hätte also sicherlich genug Stoff gehabt, um das ganze hier weiter auszubauen und mit interessanten Texten zu füllen.
Allein, dass der letzte Eintrag von Canizzarro und Bunjaku bestimmt wird, zeigt deutlich, wie lange ich hier nicht mehr zu gegen war. Beide Spieler haben unseren Verein vor langer Zeit verlassen, Albert ist sogar zum Nationalspieler gereift und ich denke alle Anhänger von Rot Weiss freuen sich darüber.
Nun liegt eine lange Saison hinter uns, mit vielen Höhen und Tiefen. Nach einem äußerst schlechten Start waren es vor allem die Heimspiele, die dem Verein geholfen haben, in höhere Tabellenregionen vorstoßen zu können. Dabei wurden der FCC und Dynamo Dresden in zwei aufregenden Spielen geschlagen, sowie der Klassenprimus und erste Aufsteiger dieser Saison, Eintracht Braunschweig mit 3:1 nach Hause geschickt.
Auswärts kamen wir nur langsam in Fahrt, mussten viele (späte) Niederlagen einstecken und konnten erst am 13. Spieltag einen 3:1 Auswärtserfolg in Saarbrücken feiern. Dazu kamen glücklicherweise noch die Siege in Dresden und Jena hinzu, die gerade den Anhängern im Gedächtnis bleiben dürften.
Dafür lief es im Thüringenpokal nicht ganz so gut. Unsere Freunde an der Saale konnten hier im Viertelfinale einen 2:1 Heimsieg bejubeln und träumten schon von der DFB Pokalteilnahme, die dem maroden Verein sicherlich einiges an Geld in die Kassen gespült hätte. Hätte, wenn man nicht anschließend gegen Meuselwitz ausgeschieden wäre.
Trotz dieser bitteren Niederlage gelang unter Steffan Emmerling ein erstaunlicher Wandel. War in der Vorsaison noch die Rückrunde eine absolute Katastrophe, so hatte man diesmal bereits in der Hinrunde das Gefühl, den richtigen Mann am richtigen Fleck zu haben. Zwar musste "Emma" für späte Wechsel und ein nicht immer kreatives Spielsystem auch Kritik einstecken, seine Handschrift war der Mannschaft aber klar anzusehen. Zwischenzeitlich wurde in Erfurt wieder richtig guter Fußball gespielt. Dafür verantwortlich zeigten sich Tino Semmer, der den Verein am Ende der Saison Richtung Rostock verlassen wird, und eine stabile Mittelfeldachse um Zedi und Pfingsten-Reddig. Über die rechte Seite ging leider kaum etwas, obwohl wir hier mit Danso Weidlich einen spielstarken, aber sicherlich manchmal zu viel wollenden Spieler in unseren Reihen haben. Auch Dennis Malura war trotz seiner Schnelligkeit häufig auf verlorenem Posten, was umso ärgerlicher ist, weil auch er den Verein am Ende der Saison verlässt. Umso mehr blühte die linke Seite auf. Hier bewiesen Olivier Callias und Fabian Stenzel was spielerisch möglich ist, wenn alles gut zusammen passt.
Leider stellten sich im Laufe der Saison viele Mannschaften auf unser relativ statisches und immer auf die gleichen Mittel vertrauendes Team ein, so dass Stuttgart und Regensburg zu Auswärtssiegen kamen, die aus unserer Sicht natürlich sehr bitter waren.
Und dann ist da ja noch der lange Kampf um Platz 3. Dieser berechtigt bekanntermaßen zur Teilnahme an den Relegationspielen. Leider mussten wir nach zahlreich vergebenen "Matchbällen" am vergangenen Spieltag unsere Hoffnung endgültig begraben. Zuvor vergab Rot Weiss schier endlose Möglichkeiten die patzende Konkurrenz um Offenbach, Wiesbaden und Dynamo Dresden auf Distanz zu bringen. Dass sich diese Punktverluste so herb rächen würden, damit hatte nichtmal ich noch gerechnet. Aber die 4:3 Niederlage in Ahlen zeigte deutlich, dass es unserem jetztigen Kader noch an mentaler Kraft und Cleverniss fehlt. Gerade die Abwehr löste sich in den entscheidenen Momenten viel zu schnell auf. Umso erstaunlicher ist es, dass mit Stenzel, Malura und Möckel gleich drei Akteure aus dieser Reihe den Verein verlassen, um höherklassig zu spielen.
Trotzdem muss man der Mannschaft eine gute Saison attestieren, die aber mit einem schwarzen Fleck auf der Zielgeraden in Erinnerung bleiben wird. Schließelich ist man nun kurz davor, auch noch das Minimalziel "4. Platz" zu verpassen, kann es sogar nicht mal mehr aus eigener Kraft schaffen.
Also bleibt nur zu hoffen, dass Herr Traub und Herr Emmerling für die kommende Saison die richtigen Schritte einleiten, Erfahrung in die Abwehr und Konkurrenz für Reichwein und Drexler in den Sturm bringen. Ich jedenfalls blicke mit Zuversicht auf die kommende Saison. Mit der Ansage, ein neues Stadion zu bekommen, muss ein Ruck durch Verein, Fans und Mannschaft gehen. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt klar nach oben, und wenn alle an einem Strang ziehen, kann das unmögliche möglich gemacht werden und der direkte Aufstieg in die zweite Liga gelingen. Natürlich sind wir immer noch der Außenseiter, weil Rolf Rombach und Detlef Goss die finanziellen Mittel fehlen um hohe Investitionen in den Profikader zu tätigen. Aber dass man auch mit kleinem Geld weit kommen kann, hat diese Saison bereits bewiesen.
Allein, dass der letzte Eintrag von Canizzarro und Bunjaku bestimmt wird, zeigt deutlich, wie lange ich hier nicht mehr zu gegen war. Beide Spieler haben unseren Verein vor langer Zeit verlassen, Albert ist sogar zum Nationalspieler gereift und ich denke alle Anhänger von Rot Weiss freuen sich darüber.
Nun liegt eine lange Saison hinter uns, mit vielen Höhen und Tiefen. Nach einem äußerst schlechten Start waren es vor allem die Heimspiele, die dem Verein geholfen haben, in höhere Tabellenregionen vorstoßen zu können. Dabei wurden der FCC und Dynamo Dresden in zwei aufregenden Spielen geschlagen, sowie der Klassenprimus und erste Aufsteiger dieser Saison, Eintracht Braunschweig mit 3:1 nach Hause geschickt.
Auswärts kamen wir nur langsam in Fahrt, mussten viele (späte) Niederlagen einstecken und konnten erst am 13. Spieltag einen 3:1 Auswärtserfolg in Saarbrücken feiern. Dazu kamen glücklicherweise noch die Siege in Dresden und Jena hinzu, die gerade den Anhängern im Gedächtnis bleiben dürften.
Dafür lief es im Thüringenpokal nicht ganz so gut. Unsere Freunde an der Saale konnten hier im Viertelfinale einen 2:1 Heimsieg bejubeln und träumten schon von der DFB Pokalteilnahme, die dem maroden Verein sicherlich einiges an Geld in die Kassen gespült hätte. Hätte, wenn man nicht anschließend gegen Meuselwitz ausgeschieden wäre.
Trotz dieser bitteren Niederlage gelang unter Steffan Emmerling ein erstaunlicher Wandel. War in der Vorsaison noch die Rückrunde eine absolute Katastrophe, so hatte man diesmal bereits in der Hinrunde das Gefühl, den richtigen Mann am richtigen Fleck zu haben. Zwar musste "Emma" für späte Wechsel und ein nicht immer kreatives Spielsystem auch Kritik einstecken, seine Handschrift war der Mannschaft aber klar anzusehen. Zwischenzeitlich wurde in Erfurt wieder richtig guter Fußball gespielt. Dafür verantwortlich zeigten sich Tino Semmer, der den Verein am Ende der Saison Richtung Rostock verlassen wird, und eine stabile Mittelfeldachse um Zedi und Pfingsten-Reddig. Über die rechte Seite ging leider kaum etwas, obwohl wir hier mit Danso Weidlich einen spielstarken, aber sicherlich manchmal zu viel wollenden Spieler in unseren Reihen haben. Auch Dennis Malura war trotz seiner Schnelligkeit häufig auf verlorenem Posten, was umso ärgerlicher ist, weil auch er den Verein am Ende der Saison verlässt. Umso mehr blühte die linke Seite auf. Hier bewiesen Olivier Callias und Fabian Stenzel was spielerisch möglich ist, wenn alles gut zusammen passt.
Leider stellten sich im Laufe der Saison viele Mannschaften auf unser relativ statisches und immer auf die gleichen Mittel vertrauendes Team ein, so dass Stuttgart und Regensburg zu Auswärtssiegen kamen, die aus unserer Sicht natürlich sehr bitter waren.
Und dann ist da ja noch der lange Kampf um Platz 3. Dieser berechtigt bekanntermaßen zur Teilnahme an den Relegationspielen. Leider mussten wir nach zahlreich vergebenen "Matchbällen" am vergangenen Spieltag unsere Hoffnung endgültig begraben. Zuvor vergab Rot Weiss schier endlose Möglichkeiten die patzende Konkurrenz um Offenbach, Wiesbaden und Dynamo Dresden auf Distanz zu bringen. Dass sich diese Punktverluste so herb rächen würden, damit hatte nichtmal ich noch gerechnet. Aber die 4:3 Niederlage in Ahlen zeigte deutlich, dass es unserem jetztigen Kader noch an mentaler Kraft und Cleverniss fehlt. Gerade die Abwehr löste sich in den entscheidenen Momenten viel zu schnell auf. Umso erstaunlicher ist es, dass mit Stenzel, Malura und Möckel gleich drei Akteure aus dieser Reihe den Verein verlassen, um höherklassig zu spielen.
Trotzdem muss man der Mannschaft eine gute Saison attestieren, die aber mit einem schwarzen Fleck auf der Zielgeraden in Erinnerung bleiben wird. Schließelich ist man nun kurz davor, auch noch das Minimalziel "4. Platz" zu verpassen, kann es sogar nicht mal mehr aus eigener Kraft schaffen.
Also bleibt nur zu hoffen, dass Herr Traub und Herr Emmerling für die kommende Saison die richtigen Schritte einleiten, Erfahrung in die Abwehr und Konkurrenz für Reichwein und Drexler in den Sturm bringen. Ich jedenfalls blicke mit Zuversicht auf die kommende Saison. Mit der Ansage, ein neues Stadion zu bekommen, muss ein Ruck durch Verein, Fans und Mannschaft gehen. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt klar nach oben, und wenn alle an einem Strang ziehen, kann das unmögliche möglich gemacht werden und der direkte Aufstieg in die zweite Liga gelingen. Natürlich sind wir immer noch der Außenseiter, weil Rolf Rombach und Detlef Goss die finanziellen Mittel fehlen um hohe Investitionen in den Profikader zu tätigen. Aber dass man auch mit kleinem Geld weit kommen kann, hat diese Saison bereits bewiesen.
Abonnieren
Posts (Atom)