Ich weiß, ich habe diesen Blog, der bisher sicherlich sowieso wenig Aufmerksamkeit erhalten hat, in den letzten 3 Jahren äußerst verhungern lassen. Das ist sehr schade, zumal Sportblogs immer beliebter werden und die anderen Rot-Weiss Blogs, so sie es denn gibt, ebenso wenig Aufmerksamkeit erfahren. Außerdem war ich letzte Saison und die davor bei nahezu allen Heimspielen und ein paar Auswärtsfahrten dabei, hätte also sicherlich genug Stoff gehabt, um das ganze hier weiter auszubauen und mit interessanten Texten zu füllen.
Allein, dass der letzte Eintrag von Canizzarro und Bunjaku bestimmt wird, zeigt deutlich, wie lange ich hier nicht mehr zu gegen war. Beide Spieler haben unseren Verein vor langer Zeit verlassen, Albert ist sogar zum Nationalspieler gereift und ich denke alle Anhänger von Rot Weiss freuen sich darüber.
Nun liegt eine lange Saison hinter uns, mit vielen Höhen und Tiefen. Nach einem äußerst schlechten Start waren es vor allem die Heimspiele, die dem Verein geholfen haben, in höhere Tabellenregionen vorstoßen zu können. Dabei wurden der FCC und Dynamo Dresden in zwei aufregenden Spielen geschlagen, sowie der Klassenprimus und erste Aufsteiger dieser Saison, Eintracht Braunschweig mit 3:1 nach Hause geschickt.
Auswärts kamen wir nur langsam in Fahrt, mussten viele (späte) Niederlagen einstecken und konnten erst am 13. Spieltag einen 3:1 Auswärtserfolg in Saarbrücken feiern. Dazu kamen glücklicherweise noch die Siege in Dresden und Jena hinzu, die gerade den Anhängern im Gedächtnis bleiben dürften.
Dafür lief es im Thüringenpokal nicht ganz so gut. Unsere Freunde an der Saale konnten hier im Viertelfinale einen 2:1 Heimsieg bejubeln und träumten schon von der DFB Pokalteilnahme, die dem maroden Verein sicherlich einiges an Geld in die Kassen gespült hätte. Hätte, wenn man nicht anschließend gegen Meuselwitz ausgeschieden wäre.
Trotz dieser bitteren Niederlage gelang unter Steffan Emmerling ein erstaunlicher Wandel. War in der Vorsaison noch die Rückrunde eine absolute Katastrophe, so hatte man diesmal bereits in der Hinrunde das Gefühl, den richtigen Mann am richtigen Fleck zu haben. Zwar musste "Emma" für späte Wechsel und ein nicht immer kreatives Spielsystem auch Kritik einstecken, seine Handschrift war der Mannschaft aber klar anzusehen. Zwischenzeitlich wurde in Erfurt wieder richtig guter Fußball gespielt. Dafür verantwortlich zeigten sich Tino Semmer, der den Verein am Ende der Saison Richtung Rostock verlassen wird, und eine stabile Mittelfeldachse um Zedi und Pfingsten-Reddig. Über die rechte Seite ging leider kaum etwas, obwohl wir hier mit Danso Weidlich einen spielstarken, aber sicherlich manchmal zu viel wollenden Spieler in unseren Reihen haben. Auch Dennis Malura war trotz seiner Schnelligkeit häufig auf verlorenem Posten, was umso ärgerlicher ist, weil auch er den Verein am Ende der Saison verlässt. Umso mehr blühte die linke Seite auf. Hier bewiesen Olivier Callias und Fabian Stenzel was spielerisch möglich ist, wenn alles gut zusammen passt.
Leider stellten sich im Laufe der Saison viele Mannschaften auf unser relativ statisches und immer auf die gleichen Mittel vertrauendes Team ein, so dass Stuttgart und Regensburg zu Auswärtssiegen kamen, die aus unserer Sicht natürlich sehr bitter waren.
Und dann ist da ja noch der lange Kampf um Platz 3. Dieser berechtigt bekanntermaßen zur Teilnahme an den Relegationspielen. Leider mussten wir nach zahlreich vergebenen "Matchbällen" am vergangenen Spieltag unsere Hoffnung endgültig begraben. Zuvor vergab Rot Weiss schier endlose Möglichkeiten die patzende Konkurrenz um Offenbach, Wiesbaden und Dynamo Dresden auf Distanz zu bringen. Dass sich diese Punktverluste so herb rächen würden, damit hatte nichtmal ich noch gerechnet. Aber die 4:3 Niederlage in Ahlen zeigte deutlich, dass es unserem jetztigen Kader noch an mentaler Kraft und Cleverniss fehlt. Gerade die Abwehr löste sich in den entscheidenen Momenten viel zu schnell auf. Umso erstaunlicher ist es, dass mit Stenzel, Malura und Möckel gleich drei Akteure aus dieser Reihe den Verein verlassen, um höherklassig zu spielen.
Trotzdem muss man der Mannschaft eine gute Saison attestieren, die aber mit einem schwarzen Fleck auf der Zielgeraden in Erinnerung bleiben wird. Schließelich ist man nun kurz davor, auch noch das Minimalziel "4. Platz" zu verpassen, kann es sogar nicht mal mehr aus eigener Kraft schaffen.
Also bleibt nur zu hoffen, dass Herr Traub und Herr Emmerling für die kommende Saison die richtigen Schritte einleiten, Erfahrung in die Abwehr und Konkurrenz für Reichwein und Drexler in den Sturm bringen. Ich jedenfalls blicke mit Zuversicht auf die kommende Saison. Mit der Ansage, ein neues Stadion zu bekommen, muss ein Ruck durch Verein, Fans und Mannschaft gehen. Die Tendenz der letzten Jahre zeigt klar nach oben, und wenn alle an einem Strang ziehen, kann das unmögliche möglich gemacht werden und der direkte Aufstieg in die zweite Liga gelingen. Natürlich sind wir immer noch der Außenseiter, weil Rolf Rombach und Detlef Goss die finanziellen Mittel fehlen um hohe Investitionen in den Profikader zu tätigen. Aber dass man auch mit kleinem Geld weit kommen kann, hat diese Saison bereits bewiesen.
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